Jicarilla-Apachen

 

                                               


Die halbnomadischen Gruppen der Jicarilla auf den Plains, durch ihren saisonalen Ackerbau an einen Ort für längere Zeit gebunden, waren hierdurch leichter auffindbar und schutzloser möglichen Feinden gegenüber. Durch die Einführung des Pferdes erweiterten die verschiedenen Jicarilla,Mescalero  - und Lipan-Banden die Apacheria nach Osten und Süden erheblich und ihre Kriegs- und Raubzüge gegenüber den sesshaften Präriestammen derWichita,Pawnee,Caddo,Jumano sowie anderen Stämme machten sie zum Feind fast aller Stämme der Südlichen Plains. Bald kontrollierten die östlichen Apache die Jagd, den Handel sowie den Sklavenhandel auf den Plains. Als nun jedoch im 18.Jahrhundert von den berittenen Comanche im Verbund mit den Ute aus Colorado in schnellen Raubüberfällen auf die an ihre Felder gebundenen Apache immerfort einzelne rancherias der Apache ausgelöscht wurden (oder deren Pferdeherden gestohlen), konnten diese die mobilen Comanche und Ute nicht schnell genug verfolgen oder in den Weiten der Plains auffinden.

 

Zudem waren die verschiedenen Apache niemals außergewöhnliche Reiter geworden, das Pferd diente ihnen in der Not auch als Nahrung (sie hatten sogar eine besondere Vorliebe für Pferdefleisch). Hingegen entwickelten sich die Comanche zu den besten Reiterkriegern der gesamten Plains sowie zu den gerissensten Pferdedieben. Bald hatten Comanche-Banden Hunderte Pferde in ihren Camps und hatten sogar Zuchterfolge, etwas was den Apache nie gelungen war. Zudem verstanden die Comanche sich sehr schnell zur Schutzmacht der von den Apache bekriegten und ausgeraubten Stämme zu erheben, und hatten hierdurch nicht nur die Schnelligkeit sondern auch die höhere Anzahl an Kriegern auf ihrer Seite. Außerdem hatten die Apache durch das Verbot der Spanier an Indianer Waffen auszuhändigen, keinen direkten Zugang zu Waffen, außer durch Raub oder illegalen Handel mit texanischen Küstenstämmen. Die Comanche hingegen bekamen Waffen und andere nützliche Güter über die Caddo und Wichita sowie Pawnee, die direkten Zugang zu den Handelsniederlassungen der Franzosen in Louisiana hatten.

 

Gegen 1710 mussten die ersten Jicarilla-Banden aus Nebraska und Kansas bis südlich des Arkansas River ausweichen. Gegen 1740 hatten die meisten Jicarilla und Mescalero die Südlichen Plains verlassen und hatten in den Bergen New Mexicos und Colorados Schutz gesucht. Die östliche Gruppe, die Llanero, behielt ihr Nomadentum bei und streifte weiterhin in den Plains im Osten New Mexicos, Colorados und im Nordwesten Texas und ging dort auf Bisonjagd. Die östliche Apacheria war nun fast vollkommen zu Comancheria  geworden.

Die beiden Gruppen der Jicarilla trafen sich regelmäßig, um Waren untereinander auszutauschen, und gemeinsame Raub- und Kriegszüge zu unternehmen. Die Olleros lieferten Feldfrüchte und Töpferwaren, die Llaneros Antilopen -und Bisonfleisch sowie Häute. Bei kriegerischen Unternehmungen übernahmen oft die „wilden“ Verwandten, die Llaneros, die Führung, da diese in den ständigen Machtkämpfen über die Plains, die die Comanche als ihre Jagdgründe betrachteten, erprobt waren.

Gegen den gemeinsamen Feind, die Comanche und Kiowa, verbündeten sich die Olleros oft mit den Pueblo-Indianern , Spaniern und Mexikanern, die Llaneros mit den Ute, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts erbitterte Feinde der Comanche waren. Zudem beraubten und plünderten die Jicarilla Haciendas,Ranchos und Dörfer der Spanier und Mexikaner in New Mexico und im nördlichen Mexiko sowie die Indios Mansos (span: Zahme Indianer) in Missionen und auf dem Land.

 

Zu ihren Feinden zählten zudem die Cheyenne,Arapaho,Wichita,Pawne,Osage,Caddo,Dine , ja sogar die zu den Apachen zählendenKiowa-Apachen,Mescalero und Lipan.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Jicarilla damaligen Berichten zu Folge allgemeinhin als die „nutzlosesten“, „grausamsten“ und „räuberischsten“ Indianer in New Mexico berühmt-berüchtigt waren. „Tapferkeit“ und „Stolz“ hingegen sprach man ihnen ab, die Jicarilla galten als „Feiglinge“ und „hinterlistig“, da sie nicht wie Comanche und andere Plains-Stämme offen den Kampf suchten.

Lieber überfielen sie, wie ihre Apachen-Verwandten, ihre Feinde aus dem Hinterhalt, und zerstreuten sich sofort in kleine Gruppen, falls sie auf offenen Widerstand stießen und nicht im Vorteil waren. Dies hatte nichts mit Feigheit zu tun, sondern mit der Einsicht, dass ein toter Krieger nicht so leicht zu ersetzen war und somit der "ruhmreiche Tod" dem Stamm nicht zum Vorteil gereichte. Prestige erlangte ein Jicarilla-Krieger nicht durch das Töten eines Feindes, sondern mit der Geschicklichkeit und Schläue, mit der es ihm gelang, seine Familie und Angehörigen mit geraubten Nahrungsmitteln, Waffen, Kleidung und Pferden zu versorgen. Auch das Skalpieren war den Jicarilla fremd.

                                                     

Chief Garfield - Jicarilla

1773 errichteten die Spanier eine Missionbei Taos, um die Jicarilla zu missionieren. Man gab diese Bemühungen bald wieder auf, denn die Indianer lehnten ein sesshaftes Leben unter spanischen Gesetzen ab.

1851 wurden sie von einer US-Truppe unter Kit Carson besiegt und in ein Reservat gebracht, verließen dieses aber aufgrund von Versorgungsschwierigkeiten bald wieder. Durch die Zerstörung ihrer Äcker und Felder sowie der Bisonherden ihrer Lebensgrundlagen beraubt, nahmen sie die Lebensgewohnheiten der anderen Apachen-Stämme an, und lebten nur noch von Raub und Plünderung.

Die US-Regierung versuchte 1853, mehrere Hundert Jicarilla in ein Reservat am Rio Puerco umzusiedeln. Auch dieser Versuch misslang und die Indianer setzten ihre Überfälle auf amerikanische Siedlungen fort. Nach einer erneuten Niederlage, schlossen die Jicarilla am 30. Juli 1853 einen Friedensvertrag, der nie gebrochen wurde. Zwischen 1853 und 1883 mussten die Jicarillas nicht weniger als acht Mal umziehen, bevor die Regierung endlich einen Platz für sie gefunden hatte und sie 1887 in einem Reservat im Norden New Mexicos ansiedelte.

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